
;-) .. Dank allen, die an diesem Samstag der Kälte mit Ausdauer auf der Demo trotzten - besonderer Dank denen die dazu extra nach München reisten!
So wie es aussieht, müsst Ihr wiederkommen, und Ihr könnt wieder Freunde mitbringen - Danke!
Immer mehr technische Möglichkeiten gibt es für immer mehr Überwachung. Rettung naht: Die taz erklärt, wie man sich schützt und zurückschlägt.von S. Heiser / M. Kaul
Kameraüberwachung, Funkzellenauswertung, stille SMS: Die technischen Mittel, mit denen die Polizei gegen Demonstrationen und Protestaktionen vorgehen kann, differenzieren sich immer stärker aus.
Damit wollen sich Protestaktivisten und Bürgerrechtler auf einer Tagung “Soziale Bewegungen im digitalen Tsunami” am Samstag in Berlin auseinandersetzen. Einen Tag lang geht es um Überwachungstechniken der Polizei und was man dagegen unternehmen kann.
Beteiligt an der Tagung sind Organisationen wie der Republikanische Anwältinnen- und Anwälteverein, der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, das Komitee für Grundrechte und Demokratie und das data:recollective, eine Gruppe, die sich grenzübergreifend kritisch mit Entwicklungen innerer Sicherheit in der Europäischen Union auseinandersetzt. (weiter auf taz.de)
Groups representing drone industry want to ‘paint a more positive picture’ of unmanned surveillance aircraft in UK
Ryan Gallagher
Companies seeking to enable the routine use of surveillance drones across Britain are planning a long-term public relations effort to counter the negative image of the controversial aircraft.
The Unmanned Aerial Vehicle Systems Association (UAVSA), a trade group that represents the drone industry to the UK government, has recommended drones deployed in Britain should be shown to “benefit mankind in general”, be decorated with humanitarian-related advertisements, and be painted bright colours to distance them from those used in warzones, details from a UAVSA presentation show.
Plans are also under way to establish corridors of segregated airspace to fly drones – or UAVs – between restricted “danger zones” (airspace where test flights take place) in isolated parts of England and Wales.
A series of presentations given by industry figures in recent months show public opposition is considered a major hurdle. UAVSA has discussed how it could use the media to disseminate favourable stories, creating a narrative that presents the introduction of drones in the UK as part of a “national mission”. (more on guardian.co.uk)
Polizisten und Gendarmen der EU-Mitgliedstaaten sollen weiter gemeinsam trainieren. Zukünftige Übungen stehen unter der Aufsicht von militärisch ausgerichtetem EU-Apparat
Zwischen 2008 und 2010 finanzierte die Europäische Union jährliche “European Union Police Forces Trainings” (EUPFT), um den gemeinsamen Einsatz “robuster” Polizeimission zu üben. Gemeint sind nichtmilitärische bewaffnete Kräfte, die am Rande von Kriegshandlungen eingesetzt werden können. An den bisherigen drei Trainings in Frankreich, Italien und Deutschland nahmen Polizeien und Gendarmerien aus fast allen EU-Mitgliedstaaten teil. Jetzt sollen die Übungen als “European Union Police Services Training” (EUPST) weitergeführt werden, dann allerdings unter der Federführung des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD).
Die “European Union Police Forces Trainings” standen unter Aufsicht der EU-Kommission und wurden aus dem Gesamthaushalt der EU finanziert. Vorgeblich wollte die EU damit den ihre “Kapazitäten zur zivilen Konfliktlösung” stärken. Als Ziel galt der Aufbau “nichtmilitärischer Polizeikräfte”, die in einer Stärke von über 5.000 Beamten für internationale Missionen entsendet werden können.
Dabei geht es um eine Verzahnung mit militärischen Einsätzen der EU oder der NATO. Deutlich wurde diese zivil-militärische Zusammenarbeit etwa durch die Beobachtung der früheren Trainings durch den “Ausschuss für Ziviles Krisenmanagement”, der innerhalb der “Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik” (GSVP) der EU angesiedelt ist. (weiter auf heise.de)
Mark Kennedy was deployed undercover by the NPOIU for a total of nearly seven years. During that time he was tasked to gather intelligence on individuals, groups and campaigns about a variety of issues, mainly linked to environmental concerns. [...]
Nevertheless, Mark Kennedy did help to uncover serious criminality, although the lack of specific outcomes makes an objective assessment of success extremely difficult. Examples of operations where his intelligence appears to have assisted include:
* A European-wide protest group whose aim was to unite the most violent of European protesters in order to take part in combined protests in cities which they perceived to be subject to political unrest. This group had the capability to create and use improvised explosive devices (homemade bombs).
* An anti-fascist group whose main objective was to disrupt the activities of the extreme far right wing groups and political parties. They planned and carried out physical attacks on members of such groups.
* A network of anarchist groups set up to disrupt the 2005 G8 summit in Gleneagles. The associations and relationships made were utilised to continue the campaign against further G8 gatherings throughout Europe. ( pdf at hmic.gov.uk)
Nach den Ausschreitungen während des letzten Fußballspiels des FC Hansa Rostock gegen den FC St. Pauli im Ostseestadion, bei denen Pyrotechnik in den Gästeblock geworfen wurde, kam es zu der ritualisierten öffentlichen Debatte in den Lokalmedien über die Sicherheit in Fußballstadien. Neu war dieses Mal jedoch, dass der amtierende Innenminister Mecklenburg-Vorpommerns die Gelegenheit nutzte um sein neues Vorhaben, die Etablierung von Gesichtserkennungskameras im Ostseestadion, zu präsentieren.
Wann wo, wie viele?
In den Wochen danach ebbte die Debatte allerdings, wie gewohnt, ohne größere Empörung ab. Allein die Piratenpartei protestierte mit einer Pressemitteilung gegen die Einführung dieser neuen Überwachungsmaßnahme. Heute wurde dieses Thema von Spiegel-Online in einer etwas ausführlicheren Darstellung erneut aufgegriffen. Um die Debatte, die bereits jetzt eine bundesweite Relevanz hat, nachvollziehen zu können, bedarf es zudem der Vergegenwärtigung verschiedener Umstände.
In Rostock befindet sich dieses Vorhaben zur Zeit noch im Stadium der Diskussion, angeblich sei bisher lediglich eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden. Deren Ergebnis, sofern es nicht bereits vorliegt, müsste zunächst abgewartet werden.
Des Weiteren ist das Innenministerium in Mecklenburg-Vorpommern nicht der erste Akteur, der sich in Deutschland auf dieser Spielwiese bewegt. Vor einigen Jahren wurde, im Rahmen der Exzellenzinitiative, die Universität Karlsruhe mit dem (Nuklear-)Forschungszentrum Karlsruhe zusammengelegt. Heraus kam dabei, in Anlehnung an das amerikanische Massachusetts Institute of Technology (MIT), das Karlsruhe Institut für Technologie – kurz KIT. Dort beschäftigt man sich seit geraumter Zeit mit Überwachungstechnologie. Im vergangenen Jahr wurde dort bereits während einiger Heimspiele des Karlsruhe SC ein Pilotprojekt (“Parallele Gesichtserkennung in Videoströmen”) zum Thema Gesichtserkennung durchgeführt. Allerdings gelang es dort aufgrund heftiger Fanproteste nicht, den Versuch auch erfolgreich zu Ende zu bringen, so dass dieses Thema dort vorerst vom Tisch war.
Zudem ergab es sich, dass der Vorsitz der Innenministerkonferenz in diesem Jahr an das Land Mecklenburg-Vorpommern ging, weshalb es nur begrenzt verwundert, dass der nächste Vorstoß in dieser Richtung auch aus diesem Bundesland kommt. Die politischen Rahmenbedingungen für Innenminister Caffier dürften jetzt also wesentlich besser stehen, als bisher. Etwaige Fürsprecher_innen, wie etwa die Deutsche Polizeigewerkschaft (DpolG), flankieren das Vorhaben bereits und sprachen ihre Unterstützung aus.
Was ist Gesichtserkennung eigentlich?
Gesichtserkennung als Technologie basiert auf der Markierung signifikanter Gesichtsmerkmale zur Erstellung eines eindeutigen Modells, welches sich dann auf weiteren Fotografien derselben Person erneut erkennen lässt. Die dazu verwandten Methoden unterscheiden sich sehr stark und variieren in ihrer Genauigkeit. Die meisten Verfahren haben gemein, dass grundlegende Merkmale wie der Abstand der Augen zur Nase, zu Ober- und Unterlippe aber auch zu vielen anderen Punkten, wie etwa den Ohren, den Augenbrauen etc. erfasst werden. Daraus lässt sich dann eine einmalige Formel erstellen, welche in einer Kartei abgelegt werden und so zur Unterscheidung anderer Gesichter genutzt werden kann. Modernere Konzepte lassen sich inzwischen bereits nicht mehr durch den obligatorischen falschen Bart oder die Sonnenbrille in die Irre führen und berücksichtigen sogar feinere Unterschiede, wie etwa die verschiedenen Hautpartien und die Kopfform. Am Ende entsteht dadurch ein Datensatz, der ähnlich aussagekräftig wie ein Fingerabdruck ist.
Wo wird Gesichtserkennung angewendet?
Die Anwendung dieser Technologie hat bereits wesentlich größere Ausmaße angenommen als bei der etwaigen Videoüberwachung öffentlicher Räume und gehört zu den großen ungelösten Problemen des heutigen Datenschutzes. Die Gesichtserkennungssoftware für die heimische Fotogalerie, die nach wie vor gerne Radkappen und Baumstümpfe als Menschen identifiziert, stellt da eher noch die harmloseren Versuche dar. Die großen sozialen Netzwerke wie Facebook und Google+ verwenden inzwischen automatisierte Gesichtserkennung auf allen hochgeladenen Fotos, sie unterscheiden sich jedoch dabei im Ausmaß, in dem sie ihren Nutzer_innen Zugriff auf die dabei entstehenden Daten lassen. Die Markierungsfunktion für Bilder, egal ob privat oder öffentlich, liefert bei jeder Anwendung weitere Daten für die Verfeinerung der Erkennungsalgorithmen der Anbieter_innen.
Auch Hersteller von Digitalkameras und Smartphones verwenden diese Technik um ihren Käufer_innen neue Features liefern zu können. Die daraus resultierende Fragestellung ist jedoch, ob und wo dieser Entwicklung Grenzen gesetzt werden sollten. Anders als das Fotografieren in analogen Zeiten, ist es durch diese Entwicklung in absehbarer Zeit möglich, durch beliebige Fotoaufnahmen, egal ob zufällig in der Einkaufsmeile oder ganz bewußt auf einer politischen Veranstaltung, eine eindeutige Zuordnung von fotografierten Personen zu treffen. Vergleichbar ist dies mit der Abnahme von Fingerabdrücken, nur dass der oder die Betroffene nichts davon erfährt. Das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung wird dadurch massiv verletzt.
Punktuelle Versuche, wie etwa die Erfassung von Gewalttäter_innen bei Fussballspielen können da schnell eine Türöffnerfunktion übernehmen, für eine eventuelle flächendeckende Anwendung der Gesichtserkennung zu einem späteren Zeitpunkt. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wohin die Reise in Zukunft gehen könnte, lieferte vor kurzem dabei die Volksrepublik China. Dort gibt es keine relevanten zivilgesellschaftlichen Akteur_innen, die die Einführung neuer Maßnahmen regulieren oder bremsen könnten. In der zentralchinesischen Stadt Wuhan, in der ca. 8,3 Millionen Menschen leben, ging am 29. Dezember des vergangenen Jahres eines der modernsten urbanen Überwachungssysteme in Betrieb, die es zur Zeit gibt. Insgesamt 250.000 Kameras im gesamten Stadtgebiet wurden gleichzeitig miteinander vernetzt, so dass es nun möglich ist, einzelne Personen zu erkennen, mit einer nationalen – also chinaweiten – Datenbank zu vergleichen, zu identifizieren und daraufhin durch die gesamte City zu verfolgen. Die große Innovation stellt dabei nicht allein die pure Anzahl der eingesetzten Kameras dar, die selbst Londoner Ausmaße übersteigt, sondern die Fähigkeit, nahezu alle Vorgänge zur Identitätsfeststellung durch Computer automatisieren zu lassen. Als Resultat ergibt dies eine intransparente Rundumüberwachung, wie sie vor einigen Jahren noch, nur aus dystopischen Science-Fiction-Romanen bekannt war.
Was können wir dagegen tun?
Dass dies jedoch kein zwangsläufiger Prozess ist, lehrt uns die Geschichte, da jedes Maß an Überwachung nur dann durchgesetzt werden kann, wenn es die Mehrzahl der Überwachten auch über sich ergehen lässt. Möglichkeiten des Protestes gibt es viele und darüber hinaus gibt es auch ebenso viele Möglichkeiten – ja sogar die Pflicht – mit den eigenen Daten, sowie denen der anderen, bewußt und sensibel umzugehen. Das Beispiel der Karlsruher Fußballfans zeigt, dass dabei auch Erfolge möglich sind.
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